Knoten an der Fersenrückseite: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Wichtige Punkte
- Ein knöcherner Vorsprung: Eine Vergrößerung des Fersenbeins, wie ein Fersensporn oder eine Haglund-Deformität.
- Ein entzündeter Schleimbeutel: Schwellung des kleinen, flüssigkeitsgefüllten Sacks (Bursa), der Sehne und Knochen polstert, ein Zustand, der als Schleimbeutelentzündung (Bursitis) bekannt ist.
- Eine geschädigte Sehne: Verdickung oder Narbengewebe an der Achillessehne aufgrund von Überlastung, bekannt als Achillessehnenentzündung oder Tendinose.
- Andere seltene Ursachen: In seltenen Fällen könnte der Knoten eine Fettablagerung (Xanthom) im Zusammenhang mit hohem Cholesterinspiegel oder ein gutartiger Weichteiltumor sein.
Ein schmerzhafter, harter Knoten an der Fersenrückseite ist eine häufige Beschwerde, die alltägliche Aktivitäten und Sport beeinträchtigen kann. Dieser Knoten, der oft nach dem Tragen neuer Schuhe oder einer Steigerung der körperlichen Aktivität bemerkt wird, kann durch verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen verursacht werden, von einem knöchernen Auswuchs bis hin zu einer entzündeten Sehne.
Das Verständnis der Ursache des Knotens ist der erste Schritt zur Linderung. Dieser Leitfaden behandelt die häufigsten Ursachen wie die Haglund-Deformität und die Achillessehnenentzündung, ihre Symptome und eine vollständige Palette von Behandlungsoptionen, von einfacher häuslicher Pflege bis hin zu medizinischen Eingriffen.
Bild: Die knöcherne Vergrößerung der Haglund-Deformität kann die nahegelegene Achillessehne und den Schleimbeutel reizen. (Mit freundlicher Genehmigung von OrthoInfo - AAOS)
Was ist ein Knoten an der Fersenrückseite?
Ein „Knoten an der Fersenrückseite“ ist ein nicht-medizinischer Begriff für jede Art von Beule, Knoten oder Schwellung an der Stelle, wo die Achillessehne am Fersenbein (Calcaneus) ansetzt. Dieser Knoten kann sich hart wie Knochen oder weich und empfindlich anfühlen und wird oft schmerzhaft, wenn er an Schuhen reibt.
Diese Beule ist typischerweise das Ergebnis von strukturellen Veränderungen oder Entzündungen, die das Fersenbein oder die umgebenden Weichteile betreffen. Die wahrscheinlichsten Ursachen sind:
- Ein knöcherner Vorsprung: Eine Vergrößerung des Fersenbeins, wie ein Fersensporn oder eine Haglund-Deformität.
- Ein entzündeter Schleimbeutel: Schwellung des kleinen, flüssigkeitsgefüllten Sacks (Bursa), der Sehne und Knochen polstert, ein Zustand, der als Schleimbeutelentzündung (Bursitis) bekannt ist.
- Eine geschädigte Sehne: Verdickung oder Narbengewebe an der Achillessehne aufgrund von Überlastung, bekannt als Achillessehnenentzündung oder Tendinose.
- Andere seltene Ursachen: In seltenen Fällen könnte der Knoten eine Fettablagerung (Xanthom) im Zusammenhang mit hohem Cholesterinspiegel oder ein gutartiger Weichteiltumor sein.
Wiederholter Stress ist oft der Auslöser. Ständiger Druck durch Schuhe kann den Körper dazu veranlassen, zusätzlichen Knochen zu bilden, während Überlastung durch Aktivitäten wie Laufen zu Entzündungen und Verdickungen der Weichteile führen kann.
Häufige Ursachen für einen Fersenknoten
1. Haglund-Deformität („Haglundferse“)
Eine der häufigsten Ursachen für einen harten Knoten ist die Haglund-Deformität, eine knöcherne Vergrößerung an der Rückseite des Fersenbeins. Sie wird oft als „Pump Bump“ bezeichnet, da sie historisch mit dem Tragen von Pumps mit steifer Fersenkappe in Verbindung gebracht wurde. Der ständige Druck durch solches Schuhwerk kann den Bereich reizen und den Körper dazu veranlassen, zusätzlichen Knochen zu bilden.
„Wir sehen die Haglund-Deformität häufig bei Patienten mit einer verkürzten Achillessehne oder bei denen, die oft steife, geschlossene Schuhe tragen. Der starre Fersenteil eines Schuhs kann den Bereich ständig reizen, was zu einer knöchernen Vergrößerung und Entzündung führt.“ — Dr. Jane Smith, DPM, Podologin.
Hauptmerkmale der Haglund-Deformität sind:
- Eine harte, knöcherne Beule, die an der Fersenrückseite sichtbar ist.
- Schmerzen, die sich beim Tragen von Schuhen mit fester Fersenkappe verschlimmern.
- Eine Veranlagung bei Personen mit Hohlfüßen oder verkürzten Achillessehnen.
- Sie wird oft von einer Bursitis retrocalcanea begleitet, bei der sich der Schleimbeutel zwischen Knochen und Sehne entzündet, was zu zusätzlichen Schmerzen und Schwellungen führt.
2. Achillessehnenentzündung oder Tendinose
Wenn sich der Knoten so anfühlt, als wäre er Teil der Sehne selbst und direkt über dem Fersenbein liegt, könnte es sich um eine Achillessehnenentzündung (akute Entzündung) oder eine Tendinose (chronische Degeneration) handeln. Überlastung durch Aktivitäten wie Laufen oder Springen kann Mikrorisse in der Sehne verursachen. Während die Sehne zu heilen versucht, kann sie sich verdicken und Narbengewebe entwickeln, was zu einem tastbaren Knoten führt.
Anzeichen für einen auf die Achillessehne bezogenen Knoten sind:
- Ein Knoten, der sich wie ein dicker Strang oder Knötchen innerhalb der Sehne anfühlt.
- Schmerzen und Steifheit, besonders morgens oder nach Ruhephasen.
- Die Schwellung kann sich leicht bewegen, wenn Sie Ihren Fuß auf und ab beugen.
- Der Knoten kann sich fester oder gummiartiger anfühlen als ein knöcherner Sporn.
3. Bursitis retrocalcanea
Die Bursa retrocalcanea ist ein flüssigkeitsgefüllter Sack, der als Polster zwischen der Achillessehne und dem Fersenbein dient. Wenn dieser Schleimbeutel durch Druck oder Überlastung entzündet wird, schwillt er mit Flüssigkeit an und verursacht einen weichen, empfindlichen und „schwammigen“ Knoten. Dieser Zustand ist als Bursitis retrocalcanea bekannt.
Eine Schleimbeutelentzündung ist oft eine Begleiterscheinung der Haglund-Deformität – die knöcherne Beule reizt den Schleimbeutel –, kann aber auch allein durch schlecht sitzende Schuhe oder wiederholte Knöchelbewegungen auftreten.
Symptome sind:
- Empfindlichkeit, wenn Sie die Seiten der Ferse direkt vor der Achillessehne zusammendrücken.
- Eine weiche Schwellung, die von Rötung oder Wärme begleitet sein kann.
- Schmerzen beim Tragen von geschlossenen Schuhen.
Symptome eines Fersenknotens
Obwohl die Symptome je nach Ursache variieren, sind häufige Anzeichen:
- Eine sichtbare Beule oder Schwellung an der Fersenrückseite.
- Schmerzen, die von einem dumpfen Ziehen bis zu einem stechenden Schmerz reichen und oft durch Aktivität oder Schuhdruck verschlimmert werden.
- Druckempfindlichkeit.
- Steifheit in der Achillessehne, besonders morgens.
- Rötung oder Wärme über der Beule aufgrund von Entzündungen.
- Schwierigkeiten beim Tragen bestimmter Schuhe, insbesondere solcher mit harter Fersenkappe.
Diagnose und wann man einen Arzt aufsuchen sollte
Wenn Sie einen anhaltenden oder schmerzhaften Knoten haben, ist es am besten, einen Arzt aufzusuchen, wie zum Beispiel einen Podologen oder einen Orthopäden.
Die Diagnose umfasst typischerweise:
- Eine Anamnese, um Ihre Symptome, Aktivitäten und Ihr Schuhwerk zu verstehen.
- Eine körperliche Untersuchung, um den Knoten zu ertasten, den Bewegungsumfang Ihres Knöchels zu überprüfen und die Schmerzquelle zu lokalisieren.
- Bildgebende Verfahren, falls erforderlich. Ein Röntgenbild kann ein knöchernes Problem wie die Haglund-Deformität bestätigen, während ein Ultraschall oder MRT Weichteile wie die Achillessehne und den Schleimbeutel visualisieren kann, um Entzündungen oder Schäden festzustellen.
Behandlung und Management
Das Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu reduzieren, Druck zu entlasten und dem Gewebe die Heilung zu ermöglichen. Die meisten Fälle sprechen gut auf konservative (nicht-chirurgische) Behandlung an.
Nicht-chirurgische Behandlungen
- Ruhe und Aktivitätsanpassung: Vermeiden Sie stark belastende Aktivitäten wie Laufen und Springen. Wechseln Sie zu gelenkschonenden Optionen wie Schwimmen oder Radfahren.
- Schuhwechsel: Tragen Sie Schuhe mit offenem Fersenbereich (wie Clogs) oder Schuhe mit einer weichen, flexiblen Fersenkappe. Vermeiden Sie steife Anzugschuhe und hohe Absätze.
- Fersenerhöhungen oder Polsterung: Eine rezeptfreie Fersenerhöhung kann Ihre Ferse leicht anheben und den Druck auf die Rückseite verringern. Moleskin- oder Gel-Pads können den Bereich ebenfalls polstern.
- Eistherapie: Legen Sie mehrmals täglich für 15-20 Minuten einen Eisbeutel auf, um Entzündungen und Schmerzen zu reduzieren.
- Entzündungshemmende Medikamente: Rezeptfreie NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen können helfen, Schmerzen und Schwellungen zu lindern.
- Dehnung und Übungen: Sanftes Dehnen der Wadenmuskulatur ist entscheidend. Ein Physiotherapeut kann Sie durch spezifische Übungen führen, wie zum Beispiel exzentrische Fersensenker, die sehr effektiv zur Stärkung und Heilung der Achillessehne sind.
- Physiotherapie: Ein Therapeut kann Behandlungen wie Ultraschall, Massage und Taping anwenden, um die Heilung zu beschleunigen und biomechanische Probleme zu beheben.
- Orthopädische Einlagen: Maßgefertigte oder rezeptfreie Schuheinlagen können helfen, Fußfehlstellungen (wie Hohlfüße oder Plattfüße) zu korrigieren, die zum Problem beitragen können.
Chirurgische Optionen
Eine Operation ist die letzte Option und wird nur in Betracht gezogen, wenn monatelange konservative Behandlung keine Linderung bringt. Zu den Verfahren gehören:
- Resektion der Haglund-Deformität: Der Chirurg entfernt den knöchernen Vorsprung vom Fersenbein.
- Debridement der Achillessehne: Ungesundes, degeneriertes Sehnengewebe wird entfernt.
- Bursektomie: Der entzündete Schleimbeutel wird entfernt.
Die Genesung nach einer Operation erfordert in der Regel eine Phase der Ruhigstellung, gefolgt von Physiotherapie, und kann mehrere Monate dauern.
Tipps zur Vorbeugung
Sobald der Schmerz verschwunden ist, verhindern Sie mit diesen Strategien ein Wiederauftreten des Knotens:
- Tragen Sie richtiges Schuhwerk: Wählen Sie gut sitzende Schuhe mit weichen, stützenden Fersenkappen.
- Regelmäßig dehnen: Halten Sie Ihre Wadenmuskeln und Achillessehnen mit täglichen Dehnübungen flexibel.
- Aktivität schrittweise steigern: Vermeiden Sie plötzliche Steigerungen der Trainingsintensität oder -dauer. Befolgen Sie die „10%-Regel“, indem Sie Ihre Laufleistung nicht um mehr als 10 % pro Woche erhöhen.
- Stärken Sie Ihre Waden: Starke Wadenmuskeln können Belastungen besser abfedern.
- Halten Sie ein gesundes Gewicht: Weniger Gewicht bedeutet weniger Belastung für Ihre Füße und Sehnen.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Behandeln Sie leichte Schmerzen und Steifheit frühzeitig mit Ruhe und Eis, bevor sie zu einem großen Problem werden.
Referenzen & Weiterführende Literatur:
- Haglund's Deformity (Pump Bump): Cleveland Clinic
- Achilles Tendinitis: Mayo Clinic
- Insertional Achilles Tendinitis: American Academy of Orthopaedic Surgeons (OrthoInfo)
- Stretching Exercises for the Heel: American Orthopaedic Foot & Ankle Society (AOFAS)
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Bedenken oder bevor Sie Entscheidungen bezüglich Ihrer Gesundheit oder Behandlung treffen, immer einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister.
Über den Autor
Samuel Jones, MD, is a board-certified orthopedic surgeon specializing in joint replacement and orthopedic trauma. He is a team physician for a professional sports team and practices at a renowned orthopedic institute in Georgia.