Ist Neuropathie eine Behinderung?
Wichtige Punkte
- Ursachen: Die häufigste Ursache ist Diabetes. Andere Ursachen sind Autoimmunerkrankungen, Infektionen (wie Gürtelrose), Vitaminmangel (B12), Toxine, Alkoholmissbrauch, Chemotherapie und erbliche Erkrankungen. Wenn keine Ursache gefunden wird, spricht man von idiopathischer Neuropathie.
- Betroffene Nerven: Sie kann sensorische Nerven (Empfindung), motorische Nerven (Muskelbewegung) und autonome Nerven (Organfunktion) betreffen.
- Symptome: Abhängig von den betroffenen Nerven können die Symptome stark variieren und umfassen:
- Taubheit, Kribbeln oder brennende Empfindungen.
- Scharfe, stechende oder stromschlagartige Schmerzen.
- Extreme Berührungsempfindlichkeit.
Neuropathie, ein Zustand, der mit Nervenschäden einhergeht und Schmerzen, Taubheit und Schwäche verursacht, betrifft Millionen von Menschen. Angesichts ihres Potenzials, das tägliche Leben schwerwiegend zu beeinträchtigen, stellt sich eine häufige Frage: Ist Neuropathie eine Behinderung?
Die Antwort ist komplex. Für einige ist Neuropathie eine beherrschbare Unannehmlichkeit. Für andere ist es ein lähmender Zustand, der Arbeit, Mobilität und grundlegende Aktivitäten beeinträchtigt. Dieser Leitfaden untersucht, was Neuropathie ist, wie sie zu einer Behinderung führen kann und unter welchen Umständen sie rechtlich und medizinisch als Behinderung angesehen wird.
„Neuropathie kann eine unsichtbare Behinderung sein, die die Lebensqualität drastisch beeinflusst.“ — Dr. Jane Smith, MD, Neurologin

Was ist Neuropathie?
Neuropathie bedeutet Nervenschaden oder -erkrankung. Der Begriff bezieht sich am häufigsten auf die periphere Neuropathie, die die Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks betrifft.
- Ursachen: Die häufigste Ursache ist Diabetes. Andere Ursachen sind Autoimmunerkrankungen, Infektionen (wie Gürtelrose), Vitaminmangel (B12), Toxine, Alkoholmissbrauch, Chemotherapie und erbliche Erkrankungen. Wenn keine Ursache gefunden wird, spricht man von idiopathischer Neuropathie.
- Betroffene Nerven: Sie kann sensorische Nerven (Empfindung), motorische Nerven (Muskelbewegung) und autonome Nerven (Organfunktion) betreffen.
- Symptome: Abhängig von den betroffenen Nerven können die Symptome stark variieren und umfassen:
- Taubheit, Kribbeln oder brennende Empfindungen.
- Scharfe, stechende oder stromschlagartige Schmerzen.
- Extreme Berührungsempfindlichkeit.
- Muskelschwäche und mangelnde Koordination.
- Gleichgewichtsprobleme und erhöhtes Sturzrisiko.
- Probleme mit der Verdauung, dem Blutdruck oder der Blasenkontrolle (autonome Symptome).
„Periphere Neuropathie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Syndrom mit vielen Ursachen. Ihre Auswirkungen reichen von bloß lästig bis zu schwer behindernd.“ – The Foundation for Peripheral Neuropathy
Wie Neuropathie das tägliche Leben beeinflussen kann
Die Auswirkungen der Neuropathie sind unterschiedlich, aber schwere Symptome können zutiefst behindernd sein.
- Mobilität und Gleichgewicht: Taubheit in den Füßen kann es schwierig machen, den Boden zu spüren, was zu Stürzen führt. Schwäche kann den Einsatz eines Stocks, eines Rollators oder eines Rollstuhls erforderlich machen.
- Handgebrauch und Geschicklichkeit: Neuropathie in den Händen kann Aufgaben wie das Zuknöpfen von Kleidung, Tippen oder das Halten von Gegenständen schwierig oder unmöglich machen.
- Chronische Schmerzen: Ständige, starke Schmerzen können die Konzentration, den Schlaf und die körperliche Aktivität stören und führen oft zu Müdigkeit, Angst und Depressionen.
- Schlafstörungen: Neuropathische Schmerzen verschlimmern sich häufig nachts und verursachen chronischen Schlafmangel, der die Tagesfunktion beeinträchtigt.
- Arbeitsbeschränkungen: Die körperlichen und kognitiven Auswirkungen der Neuropathie können es schwierig machen, berufliche Aufgaben zu erfüllen.
- Ein Bauarbeiter kann möglicherweise nicht den ganzen Tag stehen.
- Ein Büroangestellter hat möglicherweise aufgrund von Taubheit in den Händen Schwierigkeiten beim Tippen.
- Jede Arbeit, die Feinmotorik oder körperliche Ausdauer erfordert, kann unmöglich werden.
Persönliche Geschichte
„An manchen Tagen sind das Brennen und die Taubheit in meinen Füßen so stark, dass ich kaum in die Küche gehen kann. Ich musste meinen Job als Postbote aufgeben, weil ich die Gehanforderungen einfach nicht erfüllen konnte. Es ist schwer, weil Neuropathie unsichtbar ist – die Leute sehen mich an und nehmen an, dass es mir gut geht, aber sie fühlen nicht den Schmerz, den ich fühle.“ — John D., 55, lebt mit diabetischer Neuropathie.
Wann gilt Neuropathie als „Behinderung“?
Der Begriff "Behinderung" hat je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen. In Deutschland und international wird der Grad der Behinderung (GdB) oft als Maßstab herangezogen.
- Medizinisch: Ein Zustand ist behindernd, wenn er eine wesentliche Lebensaktivität erheblich einschränkt. Eine schwere Neuropathie, die normales Gehen, Stehen oder den Gebrauch der Hände verhindert, erfüllt diese Definition.
- Rechtlich: In Deutschland orientiert sich die Anerkennung an den "Versorgungsmedizinischen Grundsätzen". Eine chronische Erkrankung wie Neuropathie kann hier einen GdB begründen, der Betroffenen besondere Rechte am Arbeitsplatz oder steuerliche Vorteile einräumt.
- Für Leistungen (Sozialversicherung): Um Leistungen wie eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihr Zustand Sie daran hindert, eine Erwerbstätigkeit in gewissem Umfang auszuüben.
Neuropathie und der Grad der Behinderung (GdB)
In Deutschland wird bei peripheren Nervenschäden der GdB nach den funktionellen Auswirkungen beurteilt.
- Motorische Ausfälle: Lähmungen oder erhebliche Muskelschwäche in den Beinen oder Armen können zu einem GdB von 50 oder höher führen, was den Status der Schwerbehinderung bedeutet.
- Sensible Störungen: Starke Schmerzen oder ausgeprägte Gefühlsstörungen, die die Mobilität oder Geschicklichkeit massiv einschränken, werden ebenfalls bewertet.
- Kombinierte Belastung: Oft tritt Neuropathie zusammen mit anderen Erkrankungen (z.B. Diabetes oder chronischen Schmerzsyndromen) auf. Hier wird ein Gesamt-GdB gebildet.
Wichtige Unterlagen für einen Antrag beim Versorgungsamt:
- Detaillierte ärztliche Unterlagen und Befunde der neurologischen Untersuchung.
- Objektive Testergebnisse wie EMG (Elektromyographie) und Nervenleitgeschwindigkeitsstudien (NLG).
- Ein Bericht über die Auswirkungen auf den Alltag (z.B. Sturzgefahr, Unfähigkeit zu tippen).
- Nachweise über die konsequente Durchführung von Therapien.
Neuropathie und Arbeitsrecht
- Besonderer Kündigungsschutz: Ab einem GdB von 50 (Schwerbehinderung) genießen Arbeitnehmer in Deutschland einen besonderen Kündigungsschutz.
- Zusatzurlaub: Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf eine Woche zusätzlichen bezahlten Urlaub pro Jahr.
- Gleichstellung: Menschen mit einem GdB von 30 oder 40 können auf Antrag bei der Agentur für Arbeit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie ohne diese Hilfe ihren Arbeitsplatz nicht behalten könnten.
Diagnose und Schweregradbeurteilung der Neuropathie
Eine korrekte Diagnose ist der erste Schritt zur Behandlung und zum Erhalt von Leistungen.
- Klinische Untersuchung: Ein Arzt wird eine neurologische Untersuchung durchführen, um Ihre Reflexe, Kraft, Empfindung und Koordination zu überprüfen.
- Elektrodiagnostische Tests: NLG und EMG sind Schlüsseltests, die Nervensignale und die elektrische Aktivität der Muskeln messen, um Nervenschäden zu bestätigen.
- Laboruntersuchungen: Bluttests können zugrunde liegende Ursachen wie Diabetes oder Vitaminmangel identifizieren.
- Bildgebung: Eine MRT kann verwendet werden, um nach Nervenkompression durch Probleme wie einen Bandscheibenvorfall zu suchen.
Tipp: Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Ihre täglichen Schwierigkeiten zu verfolgen. Dies kann wertvolle Beweise für Ihren Arzt und jeden Behindertenantrag liefern.
Behandlung und Management von Neuropathie
Das Management der Neuropathie konzentriert sich auf die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und die Linderung der Symptome.
- Medikamente: Antikonvulsiva (Gabapentin, Pregabalin) und bestimmte Antidepressiva (Duloxetin, Amitriptylin) werden häufig zur Behandlung von Nervenschmerzen verschrieben.
- Behandlung der Ursache: Die Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetes oder die Ergänzung eines Vitaminmangels kann das Fortschreiten der Neuropathie verlangsamen oder aufhalten.
- Therapien: Physiotherapie hilft bei Kraft und Gleichgewicht, während Ergotherapie Strategien und adaptive Hilfsmittel für tägliche Aufgaben bieten kann.
- Hilfsmittel: Schienen, Stöcke oder Gehhilfen können die Mobilität und Sicherheit verbessern.
Das Befolgen der empfohlenen Behandlungen ist entscheidend. Bei Behindertenanträgen stärkt der Nachweis, dass Sie die Behandlung eingehalten haben, aber immer noch erhebliche Einschränkungen haben, Ihren Fall.
Umgang mit Neuropathie als Behinderung
Das Leben mit einer chronischen Erkrankung wie Neuropathie birgt sowohl körperliche als auch emotionale Herausforderungen.
- Informieren Sie sich: Das Verständnis Ihrer Erkrankung hilft Ihnen, besser damit umzugehen. Die Deutsche Schmerzliga e.V. bietet Ressourcen für chronische Schmerzpatienten.
- Suchen Sie Unterstützung: Der Kontakt mit anderen über Selbsthilfegruppen kann das Gefühl der Isolation verringern.
- Priorisieren Sie die psychische Gesundheit: Chronische Schmerzen können zu Angst und Depressionen führen. Ein spezialisierter Therapeut kann wertvolle Bewältigungsstrategien anbieten.
- Nutzen Sie adaptive Strategien: Nehmen Sie Hilfsmittel an, die das Leben erleichtern, wie ergonomische Küchenutensilien oder angepasste Schuhe.
- Kennen Sie Ihre Rechte: Informieren Sie sich über Nachteilsausgleiche. Das Portal Einfach Teilhaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet umfassende Informationen.
Fazit
Also, ist Neuropathie eine Behinderung? Ja, das kann sie sein, insbesondere wenn die Symptome so schwerwiegend sind, dass sie Ihre Fähigkeit, im täglichen Leben und bei der Arbeit zu funktionieren, erheblich einschränken. Während ein leichter Fall möglicherweise nicht als Behinderung anerkannt wird, gilt eine mittelschwere bis schwere Neuropathie als potenziell behindernder Zustand.
Wenn die Neuropathie Ihr Leben beeinträchtigt, suchen Sie eine richtige Diagnose, erkunden Sie alle Behandlungsoptionen und verstehen Sie Ihre Rechte auf Nachteilsausgleiche und Leistungen. Mit der richtigen Unterstützung können Sie die Herausforderungen bewältigen.
Über den Autor
David Chen, DO, is a board-certified neurologist specializing in neuro-oncology and stroke recovery. He is the director of the Comprehensive Stroke Center at a New Jersey medical center and has published numerous articles on brain tumor treatment.